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Wespen und Hornissen: Die «Lästlinge» erobern Luzerner Dachböden

Sonntag, 19. Juli 2020 - Wespen und Hornissen: Die «Lästlinge» erobern Luzerner Dachböden

In einem Artikel der Internet-Zeitung Zentralplus beschreibt Autor Urs-Ueli Schorno die Situation von Wespen und anderen Brummern in der Region Luzern. Dabei wurden wir von der Desinfecta um Informationen gefragt und haben diese sehr gerne zur Verfügung gestellt. Lesen Sie das Ergebnis hier.

Wespen und Hornissen: Die «Lästlinge» erobern Luzerner Dachböden


Aufgrund des warmen und trockenen Frühlings entwickelten sich die Wespen in grosser Zahl. Die Spezialisten rücken verstärkt aus, um Nester zu entfernen. Wer das selber machen will, sollte allerdings aufpassen.

Beim Sonntagsbrunch auf dem Balkon oder beim Spielen im Garten: Wespen können gehörig nerven, ein Stich am falschen Ort kann für Kinder und ältere Personen sogar gefährlich werden. Die unbeliebten Brummer sind dieses Jahr in unserer Region besonders stark verbreitet.

Das bekommen auch die Schädlingsbekämpfer zu spüren: «Im Vergleich zum letzten Jahr haben wir im Sommer 2020 einen signifikanten Anstieg an Aufträgen zur Bekämpfung von Wespen in der Region Luzern festgestellt», sagt Levin Fankhauser von der Firma Desinfecta aus Stettlen (BE).

Die gleichen Umstände  – «der warme und trockene Frühling» – hätten bereits 2018 dazu geführt, dass sich die Wespen und Hornissen optimal entwickeln konnten.

Kreativ im Nesterbau
Die Deutsche Wespe, die typischerweise im Sommer brummt, nistet sich gerne in dunklen Höhlen oder Hohlräumen ein. Die Nester befänden sich häufig in Rollladenkästen oder auf Dachböden; die Wespen nutzten aber auch etwa leere Mauselöcher und Baue anderer Nager als Nistplätze, so Fankhauser. «Ausserdem legen viele Wespen ihre Nester auch freihängend in der Natur an.»


Ein Wespennest im Aufbau. (Bild: Pixabay)


Wespen sind für die Profis keine Schädlinge: «Wespen sind auch effiziente Vertilger anderer Insekten und ein wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems», so Fankhauser. Studien hätten ergeben, dass eine Wespen-Kolonie pro Stunde über 200 Fliegen in ihr Nest tragen könne und ein Hornissenvolk pro Tag etwa 500 Gramm Mücken und andere Insekten erbeute.

Nervig, aber keine Schädlinge
Wespen seien daher keine Schädlinge, sondern sogar nützlich für die Umwelt. Weil sie aber Menschen nerven können, wenn sie sich in deren Nähe niederlassen, sprich Fankhauser von «Lästlingen».

Befinden sich Wespen in der Nähe von Menschen, muss dies nicht unbedingt zu einem Konflikt führen. Besonders dann nicht, wenn man folgende Verhaltensregeln einhält:

  • Die Nester nicht stören
  • Hektische Bewegungen vermeiden
  • Die Wespen nicht anhauchen (sie nehmen das ausgeatmete CO2 als von Feinden stammend wahr)
  • Sich nicht in die Flugbahn der Wespen stellen


Stiche am Hals sind gefährlich
Wenn sich allerdings Nester in unmittelbarer Nähe von Menschen befinden, steigt das Risiko von Wespenstichen. «In diesen Fällen ist es sinnvoll, die Wespen zu bekämpfen respektive das Nest zu entfernen», sagt Fankhauser.

Besonders bei Kleinkindern und Allergikern sollten rasch Massnahmen ergriffen werden, da Wespenstiche für sie gefährlich sein können. Allerdings sei ein Stich in Mund- oder Halsregion auch für Nichtallergiker gefährlich und könne sogar lebensbedrohlich sein.

Vorsicht bei Eigeninitiative
Für Laien empfiehlt es sich nicht, selber gegen ein voll entwickeltes Wespennest vorzugehen. Hier ist zweifellos ein Experte nötig. Wenn das Nest aber noch im Aufbau ist beziehungsweise die Königin mit dessen Bau beginnt, was meist im Frühling der Fall ist, kann man es mit genug Vorsicht auch selber entfernen.


Ein stattliches Wespennest in einem Dachstock. (Bild: Pixabay)


«Auf keinen Fall sollte ein voll ausgebautes Wespennest ohne entsprechende Schutzausrüstung entfernt werden», mahnt Fankhauser. Wespen würden generell misstrauisch, wenn ein Fremder sich dem Nest nähere. Mache dieser sich am Nest zu schaffen, würden die Wespen aggressiv und griffen den Störenfried an.

Nicht immer funktionieren ökologische Verfahren
Viele Schädlingsexperten setzen inzwischen auf ökologische Methoden beim Entfernen der Nester. «Die Wespen werden wenn immer möglich mit mechanischen und ökologischen oder gar giftfreien Mitteln bekämpft», betont Fankhauser. Die Gesetze seien in den vergangenen Jahren auch strenger geworden, zudem schätzten die Kundinnen umweltverträgliche Lösungen.

Allerdings braucht es bei ökologischen und giftfreien Methoden teilweise mehrere Tage, bis alle Wespen beseitigt sind. Muss dies schnell gehen, etwa zum Schutz von Allergikerinnen, werden immer noch konventionelle Verfahren mit Bioziden angewandt.

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